Das Martinsschlössl in neuem Glanz

Das Martinsschlössl

Das Martinsschlössl - in dem jetzt die Genuss Burgenland ihren Platz gefunden hat - ist für das Burgenland von historischer Bedeutung. Es blickt auf eine Jahrhunderte alte Geschichte zurück und hatte einst als Gutshof der Esterházys Wein und andere Kostbarkeiten gelagert, die als Teil der Besoldung des damaligen Hofkapellmeisters Joseph Haydn dienten. Nicht umsonst erzählt man noch heute, dass Haydn sich vom Wein aus diesem Keller zu seiner unsterblichen Musik inspirieren ließ. Wein, Genuss, Kulinarik und Kultur spielten seit jeher eine große Bedeutung in diesem Gebäude.

Historischer Hintergrund

Schon im 14. Jahrhundert stand hier ein Edelhof mit Grundbesitz und Mühlen, der Bau fiel der Brandschatzung der Bocskay-Truppen Anfang des 17. Jahrhunderts zum Opfer. 1611 erwarb ihn der Freiherr Christoph von Leisser und baute ihn im Renassancestil wieder auf. Ein wahres Juwel der Renaissance-Zeit, schreibt Brigitte Krizsanits im Buch "Das Leithagebirge". Der dominierende Besitz- und Baukomplex des "Martinsschlössls" steht gleichsam stellvertretend für die im Burgenland häufig auftretenden Edelhöfe, alteingesessene Rittergüter, die Herrschaftssitz und landwirtschaftliches Wirtschaftszentrum in sich vereinigt haben. Diese Besitzungen bestanden parallel zu den von der ungarischen Krone vergebenen "großen" Besitzkomplexen und waren diesen immer gleichsam ein Dorn im Auge. Deren Erwerb stand in vorrangigem Interesse und gipfelte letztlich im Ankauf und Erwerb durch Paul Esterházy. Daneben bestand noch der Gruberische Edelhof, der 1612 in den Besitzkomplex integriert wurde. 1937 kaufte die Gemeinde Donnerkirchen das Gebäude um 25.000 Schilling. Die Hälfte der Anlage wurde geschliffen, da sich eine Erhaltung nicht mehr auszahlte Es handelte sich um den nicht unterkellerten Teil des Komplexes (Mayer, Onlinechronik Donnerskirchen). In den Kriegsjahren wurde der Keller des Schlössls als Lager verwendet, indem ungarische Zwangsarbeiter für den Bau des Ostwalls schanzen mussten. Später berichten Zeitzeugen von grausamen Bedingungen. Viele haben das Lager nicht überlebt. 1956 kaufte die St.Martinus Genossenschaft - eine Winzergenossenschaft die Liegenschaft. 1964 wurde die Weinbau-und Vertriebsgenossenschaft „Martinschlössl" von der St. Martinus Genossenschaft abgespalten. In den letzten Jahrzehnten war auch ein Haubenlokal und ein Restaurant der Familie Engel untergebracht. Die Familie Engel ging Ende 2013 in den wohlverdienten Ruhestand.

2014 wurde das Martinsschlössl an den Verein Genuss Burgenland verpachtet. Der Verein renovierte das historische Gebäude mit viel Feingefühl und Rücksichtnahme auf die Substanz. Ein neuer Zubau wurde hergestellt - beides, Altbau und Zubau nach den Plänen von Dr. Klaus-Jürgen Bauer. Am 14. Mai 2015 öffnete das Martinsschlössl im neuen Glanz seine Pforten.